Wolfgang Weber und Jürgen Schmidt (v.l.) haben sich an einem Tisch in einer monochrom gehaltenen Küche in der neu gestalteten Ausstellung niedergelassen.
Eine von 100 komplett montierten Küchen | FOTO: MARION POKORRA-BROCKSCHMIDT

KUNDEN AUS DER GANZEN REGION

Küchen Schmidt hat 750.000 Euro in seine neue Ausstellung investiert

VON MARION POKORRA-BROCKSCHMIDT

Küchen Schmidt nennt sich nach dem Umbau seiner Ausstellungsräume stolz "größtes Küchenhaus zwischen Hannover und Dortmund". Auf einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern präsentiert das Unternehmen 100 komplett montierte Küchen in unterschiedlichsten Designs und in jeder Preislage.

Heller und freundlicher ist das Entree des Geschäftes an der Hauptstraße 145, das früher auch Möbel angeboten hat. Das Sortiment wurde auf Küchenmöbel wie Eckbänke, Stühle und Tische konzentriert. Fanden sich die Küchen bislang nur im Obergeschoss, so wird der Kunde nun im Erdgeschoss zu einem Rundgang durch eine moderne Küchenwelt eingeladen. Parterre befindet sich etwa ein Viertel der Ausstellung.

"Wir haben 750.000 Euro investiert", sagte der Chef Jürgen Schmidt auf Nachfrage der NW – in der Erwartung, bei stärkerem Wettbewerb, eigene Umsätze steigern zu können. Femininer und bunter sei die Präsentation der Küchen geworden, so der Unternehmer. In der Ausstellung finden sich alle namhaften Küchenhersteller. Neu dabei ist Ambienta mit exklusiven Fünf-Sterne-Küchen für den gehobenen Anspruch, erklärte Hausleiter Wolfgang Weber. Das Unternehmen habe Küchen Schmidt als seinen 50. Fachhandelspartner ausgewählt.

"Wir bieten für junge Leute, die ihre erste Wohnung beziehen, ebenso Küchen, wie für Leute, die ihre dritte Küche kaufen", so der Hausleiter. Offeriert werden Granit und Naturstein, Keramik und Edelstahl, Silestone und Massivholz für Arbeitsplatten. Das Küchenprogramm umfasse zudem 600 Fronten, eine große Auswahl an Griffen und Korpusfarben. Neben der Präsentation legt Küchen Schmidt Wert "auf top geschulte Mitarbeiter, hohe Planungsqualität, erstklassigen Service, eine ökologische Ausrichtung der Ware und des Unternehmens". Alle Produkte würden in Deutschland hergestellt.

Vor dem Umbau, der etwa zehn Monate gedauert hat und an dem Innenarchitekten, Designer und Küchenplaner aus ganz Deutschland beteiligt waren, wurde "das ganze Haus einmal geleert und abverkauft", erinnerte Schmidt bei der offiziellen Eröffnung der "neuen Welt der Küchen" an den vorangegangenen, enormen Kraftakt.

Eine Anstrengung, die sich gelohnt hat, meinte Norbert Flaskamp, stellvertretender Bürgermeister. Das Unternehmen habe stets mit Weitblick agiert und anders als andere Möbelfirmen, die es heute nicht mehr in der Stadt gebe, die Zeichen der Zeit erkannt. "Heute kommt niemand an Ihnen vorbei", so Flaskamp zu den 20 Mitarbeitern. Flaskamp betonte, wie wichtig das Unternehmen für die gesamte Stadt sei. Wie Schmidt informierte, kommen 60 Prozent der Küchenkäufer aus der Region, 40 Prozent der Kunden sind Rheda-Wiedenbrücker.

Ähnlich anziehend soll der Elektrofachmarkt werden, dessen Einrichtung der Stadtrat jüngst zugestimmt hatte. "Das wird ein richtiges Haus der Technik in Rheda-Wiedenbrück, zu dem Leute aus dem ganzen Umland kommen werden", ist Schmidt überzeugt.

Welcher Partner das sein wird, der noch in diesem Jahr im Erdgeschoss von Küchen Schmidt eröffnen wird, wollte er noch nicht sagen. Doch versicherte Schmidt, "dass es ein etabliertes Unternehmen ist, das höchsten Wert auf Qualität und eine gute Beratung legt".


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ZUM ARTIKEL: [nw-news.de]:

Insbesondere im höherpreisigen Segment fühlt sich Jürgen Schmidt (L),
Inhaber von "Küchen Schmidt" an der Hauptstraße in Rheda, zuhause.
Seine Frau Petra, Hausleitung Robert Mohr und der 58-jährige blicken
dieser Tage auf das 40-jährige Bestehen des Fachgeschäfts zurück,
in dem 25 Mitarbeiter tätig sind.             Bild: Schulte-Nölle


Rheda-Wiedenbrück. Im Schnitt gerade einmal zweieinhalb Neuküchen gönnen sich die Deutschen im Laufe Ihres Lebens. Den Geschäften von "Küchen Schmidt" an der Hauptstraße in Rheda tut diese geringe Quote indes keinen Abbruch. In diesem Jahr feiert das heimische Unternehmen sein 40-jähriges Bestehen. Und das bei einer rundum soliden Umsatzentwicklung, wie Inhaber Jürgen Schmidt sagt.
Das Familienunternehmen, das 1961 von Werner und Herta Schmidt als Möbelgeschäft gegründet wurde - seinerseits mit Sitz an der Wiedenbrücker Straße - und sich 1977 auf den Küchenbereich spezialisierte, ist insbesondere im höherpreisigen Segment Zuhause. "Selbstverständlich verkaufen wir auch Küchen im Wert von 1500 oder 2000 Euro", erklärt Jürgen Schmidt. Der Durchschnittskunde allerdings lasse rund 12000 Euro an seinem Kassenschalter. Wer eine exquisite Ausstattung in Design, Materialien und Gerätschaften schätze, könne auch bis zu 45000 Euro zahlen, sagt der Inhaber.
Trends und Zeitgeist bestimmen dabe iden Markt. Waren in den Anfängen des Unternehmens einzeln stehende Bestandteile gefragt, wollen die Kunden heute nicht nur die Komplettlösung, sondern auch eine immer raffiniertere Platzaufteilung bei zunehmender Begeisterung an technischen Ergänzungen. "Früher gab es nur Türen, jetzt werden Auszüge verlangt.", formulierte es Hausleitung Robert Mohr. Zum Standard gehörten des Weiteren mittlerweile außer Induktionsfeld und Granitarbeitsplatte auch flächenbündige Spülen oder eine unverbaut platzierte Dunstabzugshaube.
"Freie, offen gestaltete Küchen: Das ist es, was wir heute verkaufen", bringt es Jürgen Schmidt auf den Punkt. Die Gesamtoptik komme dabei - zumindest was die verwendeten Fronten angehe - zumeist neutral daher, denn: "70 Prozent der Käufer setzen auf die Farben Weiß-Glanz oder Cremeweiß".
Mehr als 50000 Kunden begrüßte "Küchen Schmidt" nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren. Anreisestrecken von bis zu 50 Kilometern seien keine Seltenheit, erläutert der Inhaber, der aktuell 25 Mitarbeiter beschäftigt. Auf der 2500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche an der Hauptstraße werden ausschließlich Produkte von deutschen Produzenten angeboten. Die Beratung umfasst nicht nur die einzelnen Küchenbestandteile, sondern auf Wunsch auch ein Komplettkonzept zu Farb- und Lichtgestaltung sowie Anpassungen von Wand, Boden und Decke.

Wie früher: Petra und Jürgen Schmidt (v. L.), Jochen Diedrich (Filialleiter Bening),
Dorothee Osterroth sowie Robert Mohr haben sich um einen alten ofen gruppeiert,
hinter dem auch eine Kommode mit integriertem Radio zu sehen ist.

 

Retrospektive: Wie sich die Anspruch an die Kochstube in den vergangenen Jahren gewandelt haben, berichtet "Küchen Schmidt" nach einem Messebesuch in Köln

Das sind Trends in der Küche: Dunstabzugshauben schalten sich automatisch zu, wenn der Herd eingeschaltet wird: Geschirrspüler bieten eine Liftomatik, die tiefes Bücken erübrigt: Vollfächeninduktionsherde haben immer öfter eine integrierte Absaugung nach unten. Über all das haben sich auch die Mitarbeiter von "Küchen Schmidt" informiert, als Fachbesucher auf der bis Sonntag laufenden Messe "LivingKitchen" in Köln.
Besonder beeindruckt ist Robert Mohr, Hausleitung des hemischen Unternehmens, von der so genannten Sous-Vide-Methode, einer neuen Form des Garens von Fisch und Fleisch im Wasserbad unter Vakuum. Backöfen liefern die nötige Vakuumierschublade gleich mit. "Messebesuche, fachlich fundierte Fortbildungen und Schulungen gehören bei uns dazu", sagt Geschäftsführer Jürgen Schmidt. Er spricht von einer soliden Geschäftsentwicklung, hat in den vergangenen Jahren über 50000 Kunden gezählt. Den Erfolg "verdanke ich in erster Linie den Mitarbeitern und der ganzen Familie", sagt der Vater von drei Kindern.
Das so genannte Home Connect spielt eine immer größere Rolle. Gemeint ist damit die Steuerung von Hausgeräten per Tablet und Smartphone. Davon hat man vor 40 Jahren, so alt ist "Küchen Schmidt", sich noch nicht mal zu träumen gewagt. Früher wurden Küchen im Sanitärhandel verkauft. Da standen Kühlschrank und Herd neben einem Küchenbuffet frei in der Küche. Doch die Branche spezialisierte sich.
"In den 1970er Jahren gab es die ersten Blockküchen", erinnert Schmidt. Da wurden Kochfelder in Arbeitsplatten integriert und Kühlschränge standen nicht mehr alleine im Raum - die Zeit der Einbauküche war gekommen. Es folgte der Trend zur offenen Küche - zunächst über eine Durchreiche mit dem Esszimmer verbunden. Später wurden die Trennwände heraus gerissen, "wurde die Küche wieder zum Wohnraum", so der 58-jährige. Sie sei heute ein belibeter Ort der Kommunikation und ein Treffpunkt für die Familie, verweist Petra Schmidt daran, "dass heute gemeinsames Kochen ein Event ist ".
Dazu gehört das entsprechende Ambiente - vom Bodenbelag bis zur Farbauswahl.
Darum kooperiert das Unternehmen, das 1992 an der Hauptstraße neu baute, mit Partnern, koordiniert die Termine vom Entfernen alter Tapeten über das Versetzen von Steckdosen bis hin zum Einbau der neuen Geräte und Schränke. "Wir bieten ein gemeinsames Konzept an".
Da haben sich viele Kunden beispielsweise von Hängeschränken inzwischen verabschiedet. "Es soll alles nicht mehr so zu und so hoch sein", sagt Mohr. Und berichtet, dass heute kaum noch Esstische mit einer Länge von 1,60 Metern gefragt sind, sondern viel eher mit 2,50 Metern gekauft werden, "damit zwölf Leute daran Platz finden".
Serviert wird denen gerne Kost aus dem Dampfgarer oder aus einem Backofen, der beim Anschalten einen Ton von sich gibt und mit Bildern zeigt, dass beispielsweise gerade Brot gebacken wird. Für ergänzende Haushaltsgeräte, die dann noch in der Küche fehlen, verweise "Möbel Schmidt" auf seinen Nachbarn, den Elektrofachmarkt Bening.
Und auch beim Zubehör gibt es einen Trend - den, der sich von der Mikrowelle abwendet, meint Mohr. "Die Geräte werden heute von vielen nur noch benutzt, um Körnerkissen aufzuwärmen."

 

Eine Küche hält 25 Jahre


  • 1977 gegründet, bietet "küchen Schmidt" auf einer Verkaufsfläche von rund 2.500 Quadratmetern Küchen zwischen 2.000 und 45.000 Euro an. Im Durchschnitt investierten Kunden 12.000 Euro inklusive Geräte, sagt Geschäftsführer Jürgen Schmidt, der 25 Mitarbeiter beschäftigt.
  • Jedes Jahr werden in Deutschland 1,2 Millionen Küchen produziert. 30 Prozent des für Möbel ausgegebenen Geldes werden bundesweit in Küchen investiert. Dabei geht der Trend zu weißen und cremefarbenen Küchen. "Das sind über 70 Prozent", so Schmidt, der Kunden aus einem Umkreis von 50 Kilometern hat, denen er nur Küchen von deutschen Produzenten anbietet.
  • Kunden behalten Küchen im Schnitt 25 Jahre. "Jeder Mensch hat in seinem Leben - statistisch gesehen - zweieinhalb Küchen", so Schmidt.

 

 

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